FABRIKSOFTWARE-KONGRESS MIT PACKENDEN PRAXISBEISPIELEN

Wie man durch die Automatisierung der Produktion Wettbewerbsvorteile im globalen Business erzielen kann, diese Frage steht im Mittelpunkt des Fachkongresses Fabriksoftware 2018, zu der der GITO-Verlag zusammen mit dem Lehrstuhl für Wirtschaftsinformation, Prozesse und Systeme an der Universität Potsdam am 15. und 16. Februar im Frankfurter Sheraton Airport Hotel and Conference Center einlädt. Neben einem umfassenden Kongressprogramm mit Experten aus der Fertigungspraxis werden die Finalisten zum Wettbewerb „Fabriksoftware des Jahres“ ihre Abschlusspräsentationen vor einer namhaften Jury vertreten. Hier gibt es für Entscheider eine ideale Gelegenheit, sich einen Marktüberblick der Besten der Besten zu machen.
„Fabriksoftware nimmt eine zentrale Rolle bei Projekten zur Automatisierung oder im Zusammenhang mit dem Internet der Dinge ein“, betont Lehrstuhlinhaber Prof. Dr.-Ing. Norbert Gronau. Deshalb sollte bei der Umsetzung von Digitalisierungsstrategien genau geprüft werden, wie die einzelnen Komponenten zusammenarbeiten. „Hinter Industrie 4.0 verbirgt sich ein komplexes Integrationsprojekt, das die Planungsebene mit der Fertigungsebene verknüpft und zugleich Kunden und Lieferanten über die gesamte Wertschöpfungskette mit einbezieht“, sagt Prof. Gronau.
Dafür verspricht die neue Rolle der Fabriksoftware entscheidende Benefits auf dem Weg zur digitalen Fabrik:
• Datengetriebene Entscheidungen
• Gesteigerte Flexibilität bei sinkenden Betriebskosten
• Bessere Zusammenarbeit in der Wertschöpfungskette
• Angenehmere Arbeitsbedingungen
Wie das in der Realität aussehen kann, zeigt Prof. Dr.-Ing. Joachim Berlak, von der software4production GmbH am Beispiel einer industriellen Unikatproduktion, die durch den Einsatz von Fabriksoftware in Echtzeit gesteuert wird. Dabei wird das gesamte Einführungsprojekt von der Darstellung der Rahmenbedingungen bis zum erreichten Nutzen und den Erfahrungen für künftige Projekte vorgestellt.
In einem zweiten Fallbeispiel zeigen René Wöstmann und Philipp Schlunder vom Institut für Forschung und Transfer, wie mit Rapid Miner, einer offenen Umgebung für Machine Learning und Data Mining, die Analyse großer Datenmengen effektiv in der Auftragsabwicklung eingesetzt werden kann. Auch kleine und mittelständische Unternehmen können so Nutzen aus Big Data und Analytics ziehen und Geschäfts- und Produktionsprozesse optimieren.
Dass Automatisierung nicht an den Grenzen des eigenen Unternehmens halt machen sollte, betont Volker Schnittler vom VDMA in seinem Beitrag zum Fabriksoftware-Kongress. Denn während die Produktionsoptimierung nur die halbe Wahrheit sei, kommen Mängel in der Logistik an den Schnittstellen vom Lieferanten und zum Kunden teuer zu stehen. Dabei schöpft Schnittler aus den zahlreichen vom VDMA begleiteten Integrationsprojekten rund um Wertschöpfungsnetzwerke.
Ohnehin wird im Rahmen von Industrie-4.0-Projekten mehr Flexibilität in der Planung und Disposition verlangt, so dass alle an der Wertschöpfung Beteiligte agile Methoden berücksichtigen müssen. Wie Disposition 4.0 durch agile Software profitieren kann, zeigt Prof. Dr.-Ing. Götz-Andreas Kemmner von der Abels & Kemmner Gesellschaft für Unternehmensberatung GmbH. Mehr Flexibilität entsteht zugleich durch die intelligente Verknüpfung von cyperphysischen Systemen und maschinellem Lernen. Darüber berichtet Nikolai D'Agostino, von der CENIT AG in seinem Vortrag. Auf einen weiteren Schlüsselbaustein von Industrie 4.0 macht schließlich Bernd Hanstein von der RITTAL GmbH & Co. KG aufmerksam: Edge Computing. Wie ein Edge Data Center in der Cloud auch kleinen und mittelständischen Unternehmen dabei helfen kann, mit großen Datenmengen zu operieren und dabei zugleich neue Dienstleistungsangebote zu erbringen, zeigt er an Praxisbeispielen auf.
Cyberphysikalische Systeme und ihre Integration in bestehende Industrieobjekte stehen auch im Mittelpunkt des Vortrags von Dr.-Ing. Sander Lass vom Forschungs- und Anwendungszentrum Industrie 4.0. Brownfield-Szenarien, also die Integration neuer (Software-)Komponenten in ein bestehendes Software- und Architekturkonzept, gehören zu den typischen Einführungsszenarien, angesichts der Tatsache, dass in den seltensten Fällen Automatisierungs- und Digitalisierungsprojekte „auf der grünen Wiese“ aufsetzen. Um Industrie 4.0-Projekte erfolgreich abzuschließen, bedarf es auch neuer Organisationsformen im Betrieb und zwischen Unternehmen. Darauf weist Prof. Dr. Hartmut Binner von der Binner Akademie hin, der den Unterschied zwischen sozial- und technikwissenschaftlichen Organisationsgestaltungsansätzen aufzeigt und anhand von Praxisbeispielen Gründe für das Scheitern von Changemanagement-Projekten erläutert. Wie mit einem prozessorientierten Vermittlungsansatz ein erfolgreiches Digitalisierungs- und Automatisierungsprojekt erreicht werden kann, rundet das Kongress-Programm ab.
Mehr Informationen zum Kongressprogramm finden Sie hier: http://veranstaltungen.gito.de/node/1409
Anmeldung zu Fachkongress für Teilnehmer hinter diesem Link:
http://gito.de/impress/formulare.nsf/WriteForm?OpenForm&ParentUNID=635EB...